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Die Taktik-Stimmen zum 3. Spieltag (Teil 1)

Während Lucien Favre Geduld predigte, zeigte sich Nagelsmann ein wenig überrascht von der Grundordnung der Gladbacher. Stichwort Doppelsechs. Die Taktik-Stimmen zum dritten Spieltag.

Marco Rose (Borussia Mönchengladbach): "In der Phase, in der wir eigentlich alles im Griff hatten, haben wir den ersten Gegentreffer bekommen. In der Pause haben wir ein paar Dinge angesprochen. Es ging um den Zugriff gegen den Ball und ein paar Kleinigkeiten im Ballbesitz. Gleich nach der Halbzeit haben wir ein zweites, vermeidbares Gegentor bekommen. In dieser Szene waren wir viel zu weit auseinander und standen nicht so in den Positionen, dass wir es noch hätten verteidigt bekommen können. Wir haben die Intensität trotzdem hochgehalten. Es war insgesamt ein Spiel, wo viele kleine Phasen drin waren. Zwischendurch hat Leipzig mal besser Zugriff bekommen. Wenn du so intensiv spielst, erholst du dich natürlich dann, wenn du Ballbesitz hast. Das haben beide Teams versucht. In den Phasen hatten beide Trainer immer das Gefühl, dass man es ganz gut im Griff hat. Es ging hin und her, es war ein rassiges Spiel. In dem Spiel war viel Power und Dynamik drin. Meine Jungs haben über 90 Minuten das Tempo gehalten. Die Zweikampfhärte ist ein Punkt, an dem wir ansetzen müssen."

Julian Nagelsmann (RB Leipzig): "In den ersten 10 Minuten hatten wir nicht so den Zugriff. Wir hatten zu Beginn mit der Raute gerechnet und mit einem Achter, der immer wieder auf die Sechs kippt. So war es nicht ganz, es war statischer, eine klare Doppelsechs. Wir hatten zu große Abstände, unsere Spitzen haben zu hoch verteidigt. Wir hatten nicht so den großen Zugriff auf die Doppelsechs. So entstanden die Chancen, durch die Gladbach hätte in Führung gehen können. Danach hatte Gladbach nicht mehr so die Lösungen und wir einige gute Ballgewinne. Da war die Führung verdient. Zwischendurch hatten wir nicht so viel Zugriff auf die zweiten Bälle, die wir davor sehr viel gewonnen hatten. Es war wellenförmig, mal war das eine Team, mal das andere etwas besser drin. In der zweiten Halbzeit haben wir es sehr kontrolliert gespielt, haben uns viele Aktionen herausgespielt und nicht nur gekontert. Da haben wir einen ganz guten Switch hinbekommen, konnten auch mal das Gladbacher Pressing überspielen. Der Anschlusstreffer war der am leichtesten zu verteidigende Standard. Da haben wir gepennt."

Lucien Favre (Borussia Dortmund): "Wir wussten, dass Union ein Team ist, das sehr gut organisiert, sehr physisch, sehr athletisch ist. Unsere erste Halbzeit war okay. Wir haben gedacht, es würde laufen wie gegen Köln in der zweiten Halbzeit. Union hat weiter sehr gut gespielt, ist sehr viel gelaufen, hatte viele Balleroberungen, hat sehr gut gekontert. Und in diesem Fall müssen wir unsere Geduld behalten. Wir dürfen bei einem 1:1 nicht überhastet spielen. Und wir hätten sehr gut verteidigen müssen. Alle zusammen. Auch nach dem 2:1 hätten wir geduldig bleiben müssen. Es waren noch 30 Minuten Zeit. Am Ende haben wir wieder auf 4-3-3 gewechselt. Doch wir hatten viel Ballbesitz, aber auch viele Ballverluste. Auch nach der Umstellung hatten wir kaum eine Torchance. Wir haben das Spiel dominiert, aber es war schwer die Tiefe zu finden, wir haben sehr hoch verteidigt und waren überhastet. Ich sage es seit langem, dass wir viel zu tun haben. Es geht nicht um Details, es geht um sehr viel mehr als Details."

Urs Fischer (Union Berlin): "Wir kamen nicht so gut rein ins Spiel, aber dann wurde es ein bisschen besser. Wir bekamen zumindest ein bisschen mehr Zugriff im Pressing, was in den ersten 30 Minuten gar nicht stattgefunden hat. Der BVB hat den Ball schnell laufen lassen, war präzise. In der einen oder anderen Situation hätte ich mir gewünscht, dass wir den Ball selbst mehr laufen lassen. Da haben wir noch viel zu tun. Die schwierige Anfangsphase musst du ohne Gegentor überstehen. Auch in der zweiten Halbzeit lag die Mehrheit des Ballbesitzes natürlich weiter beim BVB. Aber wir wir sind viel gelaufen, sind immer wieder ins Umschaltspiel gekommen, konnten so Nadelstiche setzen. Es ist wichtig, Entlastung über Umschaltaktionen zu bekommen. Und: Wir waren sehr effizient."

Peter Bosz (Bayer Leverkusen): "Hoffenheim stand sehr kompakt, hat sehr gut verteidigt. Daher hatten wir nicht so viele Torchancen. Aber wir haben das Spiel dominiert und kontrolliert. Es war das beste Spiel dieser Saison von meiner Mannschaft. Dennoch: Wir müssen uns bei offensiven Standards steigern. 19 Ecken sind sehr viel. Aus denen haben wir zu wenig gemacht. Der Schlüssel lag bei Jonathan Tah. Das war der freie Mann. Denn Belfodil hat Sven Bender gedeckt. Das heißt, dass Tah die Initiative ergreifen musste, mit Ball ins Mittelfeld zu gehen. Hoffenheim hat mannorientiert verteidigt, also musste dann einer aus der Position kommen. Das haben wir in der zweiten Halbzeit besser gemacht. So entstanden die Räume, die wir suchen."

Alfred Schreuder (TSG Hoffenheim): "Leverkusen ist ein Spitzenteam, wenn es darum geht, den Ball laufen zu lassen. Wir wussten, welche Räume Bosz bespielen will. Es war für uns zum jetzigen Zeitpunkt wichtig, den Raum eng zu machen und auf Konter zu spielen. Ein einfacher Plan für uns. Hätten wir auf Angriff gespielt, wäre das Spiel hier ganz anders ausgegangen. Wir hatten durch Umschaltsituationen einige gute Möglichkeiten. Auch im Spielaufbau haben wir nicht so viel Risiko genommen, weil es auch eine große Stärke von Peter Bosz und seiner Mannschaft ist, zu pressen. Da hatten wir die Sorge, mit zwei Rechtsfüßen im Zentrum etwas Probleme zu bekommen. Wir haben sehr diszipliniert gespielt. Richtung Freiburg wollen wir im Spiel mit Ball Schritte nach vorne machen."

David Wagner (Schalke 04): "Wie unsere Jungs versucht haben, permanent anzulaufen und zu bohren, war gut. Berlin hat anfangs sehr gut und kompakt verteidigt. Aber wir haben versucht, immer wieder gefährliche Räume zu attackieren, wir vor dem 1:0, wo wir das Eigentor erzwungen haben. Auch das zweite Tor war erzwungen. Wir haben das Spiel über relativ weite Strecken kontrolliert. Hertha ist sehr spielstark, es geht darum, mit Leidenschaft zu verteidigen und ins Pressing zu kommen. Mit Ball wollten wir viel die Tiefe finden."

Ante Covic (Hertha BSC): "Wir wussten genau, was uns auf Schalke erwartet. Schalke wurde immer dominanter, hatte ein, zwei gute Hereingaben. In der Halbzeit haben wir taktisch ein wenig verändert, weil wir im Spielaufbau nicht mutig genug waren. Deshalb haben wir zum Aufbauen einen weiteren Spieler in die Reihe hinten gepackt. So wollten wir flach herauskommen. Das haben wir anfangs gut gemacht, aber dann klingelt es nochmal. Um auf Schalke etwas zu holen, musst du effizient sein. Dass du hier nicht zig Chancen bekommst, ist klar. Schalke kann verteidigen. Acht Gegentore nach drei Spielen sind zu viel, es ist klar, wo unser Fokus liegen muss."

Tags: Bundesliga, David Wagner, Lucien Favre, Marco Rose , Julian Naglesmann, Peter Bosz, Ante Covic, Alfred Schreuder, Urs Fischer, Taktikstimmen

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